Schlauchboot-Wissen

Schlauchboot-Wissen

Schlauchboot-Charakteristika

Schlauchboote besitzen einen Schlauch als Rumpf und/oder als Außenseite, der mit Luft gefüllt wird. Der Schlauch kann zum Beispiel aus einer Kunststofffolie, einem weichgemachtem PVC, einem gummiertem Gewebe (zum Beispiel aus Hypalon) oder aus einem synthetischem Gummi, beispielsweise PU, gefertigt werden.

Jedes Schlauchboot wird mit Luft aufgepumpt bevor es auf dem Wasser zum Einsatz kommt. Während dem Transport oder der Lagerung von Schlauchbooten lässt man die Luft für gewöhnlich ab. Ein Verschluss verhindert das Entweichen der Luft während des Einsatzes.

Schläuche & Luft in Schlauchbooten

Es gibt Schlauchboote, die voll aufgeblasen werden, z.B. typische Badeboote. Weiter gibt es voll aufblasbare Schlauchboote, die einen festen Einlegeboden haben. Der Boden kann aus Holz oder Aluminium bestehen oder ein mit Luft gefüllter Boden sein. Ferner gibt es noch Festrumpfschlauchboote aus GFK oder Aluminium. 

Generell ist gut zu wissen, dass alle voll aufblasbaren Schlauchboote, mit und ohne festem Einlegeboden, im Fachjargon 'Inflatables' genannt werden. Die Festrumpfschlauchboote haben die Bezeichnung bzw. tragen die Abkürzung 'RIB', die für Rigid (Hull) Inflatable Boat steht.

Heutzutage sind die Schläuche der Boote und der Böden in mehrere Luftkammern unterteilt, um für eine maximale Sicherheit auf dem Wasser zu sorgen. So wird das Einfallen des kompletten Schlauches im Falle einer Beschädigung einer Kammer verhindert.

Wie ist das Schlauchboot bzw. die beiden Varianten überhaupt entstanden?

Der Grundstein der Schlauchboote wurde im 2. Weltkrieg gelegt. Land- & Wasserüberquerende Flugzeuge hatten mit der Zeit alle ein (automatisch) aufblasbares Gummiboot an Bord, dass sich beim Wurf aus der Maschine automatisch aufblies. Manche verwendeten auch Rettungsinseln, allerdings waren die noch anders als die heutigen. Der Nachteil war, dass sie komplett aufgeblasen gefahren worden sind.  
Nach dem Krieg wurde das Schlauchboot so wie wir es heute kennen dank Herrn Alain Bombard bekannt. Er hatte als erster die Idee alle Konstruktionselemente (Schlauchboot in Bootsform, fester Boden & Außenbordmotor) zunächst zu einem Festrumpfschlauchboot zu vereinen.

Nach einiger Zeit begann Bombard mit der Serienproduktion seines Bootes und bediente sich dabei den Mitarbeitern und der Werkstatt des ehemaligen Flugzeugherstellers Zodiac. Das Ergebnis waren dann jedoch wieder vollaufblasbare Schlauchboote, ohne Festrumpfboden aber dafür mit einem einlegbaren Holzboden.

Ein ehemaliger Marineflieger namens Cousteau war extrem begeistert von Bombards Boot und hatte es nicht nur beim Fliegen an Bord, sondern zeigte es auch in seinen Filmen die er damals produzierte. Jedoch nannte er das Boot nie Schlauchboot, sondern er sagte immerzu "mein Zodiac", weshalb sich der Name Zodiac sehr schnell als Synonym für das Schlauchboot in den Köpfen der Menschen einprägte. 

Zum Erfolg des Schlauchbootes hat vor allem aber auch die Atlantiküberquerung Bombards im Jahre 1952 beigetragen, die er mit seinem Festrumpfschlauchboot-Modell absolvierte.

Die Form des festen Rumpfes und die Materialen haben sich in der Vergangenheit öfter verändert. Bis heute durchgesetzt hat sich die Form des Briten Frank Roffee, der dem Festrumpfbodenschlauchboot vorn die V-Kielung ließ, das Boot hinten jedoch abflachte, aus Stabilitätsgründen. Es ist die Form, die wir heute bei RIB-Booten kennen. Früher wurde der Rumpf erst aus holz, dann durch Frank Roffee aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und später dann auch aus Aluminium gefertigt.

Lenkung von Schlauchbooten

Um ein Schlauchboot zu lenken gibt es mehrere Wege. Sie können dafür entweder Paddel nutzen oder sich einer Mechanik mit Lenkseil und Ruder bedienen. Genauso können Sie auch einen Bootsmotor verwenden und mit diesem die Richtung des Boots bestimmen. 

Umgang mit Schlauchbooten

Erstmal ist wichtig zu wissen, dass es ganz normal ist, dass ein Schlauchboot Luft verliert. Wie hoch das Volumen ist, das entweicht hängt von der Verarbeitung und Qualität des jeweiligen Schlauchboots ab. Ein qualitativ hochwertiges  Schlauchboot kann ca. monatlich ein wenig Luftzufuhr gebrauchen. 

Ein oft genutztes und qualitatives Freizeitboot sollte schon ungefähr jede Woche mit etwas mehr Luft versorgt werden. Wenn Ihr Schlauchboot täglich nach Luft "schreit", ist es ein qualitativ minderwertiges Boot und sollte mit hoher Sorgfalt benutzt werden. 

Lebensdauer von Schlauchbooten

Bei liebevoller und regelmäßiger Pflege können Sie locker 10 bis 15 Jahre Spaß mit Ihrem Schlauchboot haben, je nach Qualität natürlich! Je öfter Sie Ihr Schlauchboot aber irgendwann nachbefüllen müssen und je größer die hinzuzuführende Luftmenge wird, desto kürzer ist die restliche Lebensdauer Ihres Schlauchboots. 

Letztendlich werden Sie merken, dass die Abstände in denen Sie Ihr Schlauchboot nachpumpen immer schneller kleiner werden. Geben Sie Acht und fahren Sie nicht zu weit raus, da Ihr Boot immer schneller mehr Luft verliert. Dann ist es besser Sie sehen sich nach einem neuen, qualitativen Schlauchboot um, um Ihre Sicherheit zu schützen und weiterhin viel Freude auf dem Wasser zu haben.
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